Depotwechsel-Prämien: Wer aktuell wie viel zahlt

Banken und Broker zahlen zwischen 25 und 300 Euro für ein neues Depot, manche einen Prozentsatz des übertragenen Bestands oder einen Aktionszins. Hier stehen die laufenden Aktionen, ihre Bedingungen, die Steuer darauf und die Rechnung, wann die laufenden Kosten die Prämie auffressen.

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Die kurze Antwort

Die höchsten Beträge zahlen derzeit 1822direkt (bis 300 Euro in Gutscheinen, gestaffelt nach Sparplan und Trades), comdirect (100 Euro für fünf Transaktionen) und Smartbroker+ (80 Euro in ETF-Anteilen). Für einen echten Depotübertrag gibt es bei maxblue 0,5 Prozent des Bestands bis 500 Euro. Trade Republic und Scalable Capital zahlen keine Wechselprämie. Prämien ändern sich wöchentlich, deshalb steht unter der Tabelle das Datum der letzten Prüfung.

So funktionieren Depotprämien

Eine Prämie ist Marketingbudget. Der Broker rechnet damit, dass ein Neukunde über Jahre Gebühren, Spreads oder Zinsmargen bringt, und gibt einen Teil davon vorab aus. Deshalb sind die Bedingungen so gebaut, dass du den Broker tatsächlich nutzt: Mindestzahl an Trades, Mindestsparrate, Haltefrist.

Drei Formen sind üblich. Die Geldprämie landet auf dem Verrechnungskonto, oft erst nach Ablauf der Bedingungen. Die Sachprämie kommt als Gutschein oder in Form von ETF-Anteilen, bei Smartbroker+ zum Beispiel als Anteile am iShares MSCI World. Die Zinsprämie ist ein erhöhter Tagesgeldzins für einige Monate, wie bei der Consorsbank für übertragene Depots.

Was auf dieser Seite verlinkt ist, kann ein Affiliate-Link sein; die Prämie selbst zahlt der Anbieter unabhängig davon, über welchen Weg du kommst, sofern die Aktionsbedingungen keinen bestimmten Link verlangen.

Aktuelle Prämien für Depoteröffnung und Depotübertrag

Geprüft auf den Aktionsseiten der Anbieter. Bedingungen verkürzt, maßgeblich ist der Aktionstext des Anbieters.

AnbieterPrämieBedingungenLäuft bis
comdirect 100 € Neukunden, 5 Transaktionen ab 25 € in 3 Monaten, Einwilligung in E-Mail-Werbung 01.11.2026 Zum Angebot
Smartbroker+ 80 € in ETF-Anteilen (iShares MSCI World) Neukunde ohne Kundenbeziehung vor 01.09.2026, 5 Trades in 45 Tagen, nur über Aktionslink offen Zum Angebot
Traders Place 60 € in ETF-Anteilen (Xtrackers Overnight) 3 Trades ab 100 € in 45 Tagen, Depotwert ab 1.000 €; nicht für Kinder- und Gemeinschaftsdepots ohne Enddatum Zum Angebot
1822direkt bis 300 € Amazon-Gutscheine Eröffnung bis 23.11.2026, Sparplan ab 100 € über 12 Monate (100 €), weitere Stufen über Trades 23.11.2026 Zum Angebot
ING 25 € Wunschgutschein erstes Direkt-Depot, mindestens 100 € investieren, 3 Monate halten 30.10.2026 Zum Angebot
maxblue (Deutsche Bank) 0,5 % des übertragenen Depotwerts, max. 500 € Depotübertrag ab 5.000 €, 12 Monate halten (laut Vergleichsportal) 31.12.2026 Zum Angebot
Consorsbank 4 % Tagesgeld für 6 Monate (bis 50.000 €) Depotübertrag ab 20.000 € in 3 Monaten, altes Depot schließen; Status der Aktion widersprüchlich, vor Abschluss prüfen unklar Zum Angebot

Stand: 18. Oktober 2026. Konditionen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben des Anbieters.

Nicht in der Tabelle, weil ohne Prämie oder beendet: DKB (100-Euro-Aktion im Sommer 2026 vorzeitig beendet), finanzen.net zero (Cashback-Aktion lief bis 15. Oktober 2026), S Broker (nur Kunden-werben-Kunden), Trade Republic und Scalable Capital.

Prämien laufen oft nur wenige Wochen, einige Anbieter verlängern stillschweigend, andere stoppen bei ausgeschöpftem Budget. Prüfe vor der Eröffnung das Enddatum auf der Aktionsseite.

Typische Bedingungen im Kleingedruckten

Neukunde. Als Neukunde gilt, wer in den letzten sechs bis zwölf Monaten kein Depot beim Anbieter hatte, bei Smartbroker+ sogar keine Kundenbeziehung vor dem 1. September 2026. Ein früher gekündigtes Depot sperrt dich also für eine Weile. Bei Banken mit Girokonto zählt manchmal jede Kontoverbindung.

Trades. Fünf Transaktionen ab 25 Euro in drei Monaten bei comdirect, fünf Trades in 45 Tagen bei Smartbroker+, drei Trades ab 100 Euro bei Traders Place. Ob Sparplanausführungen als Trades zählen, steht nicht bei jedem Anbieter eindeutig in den Bedingungen. Wenn nicht, verursachen Pflicht-Trades bei Direktbanken eigene Kosten, bei comdirect mindestens 9,90 Euro plus Handelsplatzentgelt je Order.

Haltefrist und Depotwert. Die ING verlangt, dass mindestens 100 Euro investiert bleiben, und zwar drei Monate lang. Traders Place setzt einen Depotwert von 1.000 Euro voraus, maxblue zwölf Monate Haltefrist für den übertragenen Bestand. Wer vorher verkauft oder weiterzieht, verliert die Prämie oder muss sie zurückzahlen.

Werbeeinwilligung und Aktionslink. comdirect knüpft die 100 Euro an die Einwilligung in E-Mail-Werbung, die du später widerrufen kannst. Smartbroker+ zahlt nur bei Eröffnung über den Aktionslink, eine normale Eröffnung über die Startseite geht leer aus. finanzen.net zero arbeitete mit einem Aktionscode, der bei der Eröffnung eingegeben werden musste.

Ausschlüsse. Kinderdepots, Gemeinschaftsdepots und Firmendepots sind fast immer ausgenommen. Wer ein Kinderdepot eröffnet, sollte deshalb nach eigenen Junior-Aktionen schauen, nicht nach der allgemeinen Prämie.

Steuer auf Prämien, kurz

Prämien für Depoteröffnung oder Depotübertrag sind in der Regel Kapitalerträge. Bei Geldprämien zieht die Bank die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer direkt ab, soweit dein Freistellungsauftrag nicht greift. Von 100 Euro bleiben dann rund 74 Euro, mit Freistellungsauftrag die vollen 100 Euro.

Sachprämien wie Gutscheine oder ETF-Anteile sind mit ihrem Wert ebenso steuerpflichtig; der Anbieter weist den Betrag meist in der Jahressteuerbescheinigung aus oder zieht die Steuer über das Verrechnungskonto ein. Aktionszinsen sind ohnehin Zinserträge. Lege deshalb beim neuen Broker früh einen Freistellungsauftrag an, auch wenn du dort zunächst nur die Prämie bekommst.

Wann sich der Wechsel trotz Prämie nicht lohnt

Die Prämie ist einmalig, die Gebühren laufen jedes Jahr. Ein Beispiel: 100 Euro Prämie bei comdirect, dazu ein ETF-Sparplan mit 200 Euro im Monat außerhalb der Aktions-ETFs. Die 1,5 Prozent je Ausführung kosten 3 Euro im Monat, 36 Euro im Jahr.

Nach drei Jahren ist die Prämie aufgebraucht, danach zahlst du drauf. Bei Scalable oder Trade Republic kostet derselbe Sparplan 0 Euro.

Noch deutlicher bei Einzelorders: Zehn Käufe zu je 2.000 Euro kosten bei einer Direktbank mit 4,90 Euro plus 0,25 Prozent rund 99 Euro im Jahr, zuzüglich Handelsplatzentgelt. Beim Neobroker sind es 10 bis 20 Euro. Der Unterschied von etwa 80 Euro frisst eine 80-Euro-Prämie im ersten Jahr komplett auf.

Umgekehrt gilt: Wenn du ohnehin zu einem Broker mit passenden Konditionen wechseln willst, ist die Prämie ein Bonus, kein Grund. Welche Broker nach Kosten und Ausstattung zu dir passen, zeigt die Seite Trade-Republic-Alternative. Wie der Umzug abläuft, steht unter Depotübertrag.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Neukundenprämie und Depotwechsel-Prämie?

Die Neukundenprämie gibt es für die Eröffnung eines Depots, meist verbunden mit einer Mindestzahl an Trades. Die Depotwechsel-Prämie setzt einen Übertrag bestehender Wertpapiere voraus, oft ab einem Mindestwert, und richtet sich nach dem übertragenen Volumen. Im Oktober 2026 zahlen vor allem Direktbanken und kleinere Broker Neukundenprämien, echte Übertragsprämien gibt es bei maxblue und mit Einschränkungen bei der Consorsbank.

Zahlen Trade Republic und Scalable Capital eine Wechselprämie?

Derzeit nicht. Beide werben über Freunde-werben-Freunde-Aktionen und über Konditionen wie Zinsen oder ETF-Kostenerstattung im Kinderdepot, nicht über Prämien für den Depotübertrag. Wer von dort wechselt, bekommt die Prämie vom aufnehmenden Broker.

Muss ich eine Depotprämie versteuern?

In der Regel ja. Geldprämien für Depoteröffnung oder Depotübertrag gelten als Kapitalertrag, die Bank zieht Abgeltungsteuer ab, soweit kein Freistellungsauftrag greift. Sachprämien wie Gutscheine oder ETF-Anteile sind mit ihrem Wert ebenfalls steuerpflichtig. Wie genau der Anbieter abrechnet, steht in den Aktionsbedingungen.

Wie lange muss ich das Depot behalten?

Üblich sind drei bis zwölf Monate. Die ING verlangt, dass die ersten Wertpapiere drei Monate im Depot bleiben, maxblue zwölf Monate für den übertragenen Bestand. Wer vorher kündigt oder überträgt, riskiert die Rückforderung der Prämie.

Gilt die Prämie auch für ein Kinderdepot oder Gemeinschaftsdepot?

Meist nicht. Traders Place schließt Kinder- und Gemeinschaftsdepots ausdrücklich aus, bei den meisten anderen Anbietern gilt die Prämie nur für das erste Einzeldepot einer volljährigen Person. Für Kinderdepots laufen eigene Aktionen, zum Beispiel ETF-Kostenerstattungen.

Kann ich mehrere Prämien hintereinander mitnehmen?

Rechtlich ja, praktisch aufwendig. Jeder Wechsel bedeutet neue Legitimation, neuen Freistellungsauftrag, Sparpläne neu anlegen und zwei bis acht Wochen Übertragsdauer. Dazu kommen Haltefristen und Neukundensperren von sechs bis zwölf Monaten. Für die meisten Anleger lohnt der Aufwand ab 100 Euro Prämie, darunter selten.