Kinderdepot: Geld fürs Kind anlegen

Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes, das Eltern verwalten. Es ist kostenlos zu haben, ab 1 Euro im Monat besparbar und mit 18 frei verfügbar. Hier steht, wie du es eröffnest, welche Freibeträge das Kind hat und wie Kinderdepot, Frühstart-Rente und Kinderzulage zusammenspielen.

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Die kurze Antwort

Eröffne das Kinderdepot bei einem Anbieter ohne Depotgebühr und mit kostenlosen ETF-Sparplänen, richte einen Sparplan auf einen Welt-ETF ein und stelle einen Freistellungsauftrag auf den Namen des Kindes. Dafür brauchst du die Geburtsurkunde, die Steuer-ID des Kindes und die Zustimmung aller Sorgeberechtigten. Die Frühstart-Rente kommt ab 2027 dazu, ersetzt das Kinderdepot aber nicht.

Warum ein Depot statt Sparbuch

Ein Kind hat Zeit, das ist sein größter Vorteil. 50 Euro im Monat ab der Geburt sind bis zum 18. Geburtstag 10.800 Euro Einzahlung. Mit 6 Prozent Rendite im Jahr vor Kosten werden daraus rund 18.600 Euro, auf dem Sparbuch mit 1 Prozent gut 11.800 Euro. Je früher der Sparplan läuft, desto mehr arbeitet der Zinseszins für das Kind.

Dazu kommt die Steuer: Das Kind hat eigene Freibeträge, die bei den meisten Depots nie ausgeschöpft werden. Erträge bleiben also steuerfrei, was im Depot der Eltern nicht gilt. Und das Geld ist vor Zugriff geschützt, weil es dem Kind gehört und Eltern es nur verwalten.

Was ein Depot nicht ist: eine Garantie. Kurse schwanken, über 18 Jahre gab es historisch aber keine Phase, in der ein breiter Welt-ETF mit Sparplan im Minus endete. Wer das Geld zu einem festen Termin braucht, schichtet in den letzten Jahren in sicherere Anlagen um.

So eröffnest du ein Kinderdepot

Der Ablauf ist bei allen Anbietern ähnlich, die Reihenfolge kann abweichen.

  1. Unterlagen bereitlegen

    Geburtsurkunde des Kindes, Steuer-Identifikationsnummer des Kindes, Ausweise aller Sorgeberechtigten. Bei alleinigem Sorgerecht ein Nachweis, zum Beispiel die Negativbescheinigung des Jugendamts.

  2. Anbieter wählen

    Depotgebühr, Sparplankosten, ETF-Auswahl und Eröffnungsweg vergleichen. Neobroker verlangen meist, dass beide Eltern ein eigenes Konto dort haben; Direktbanken kommen ohne aus. Der Kinderdepot-Vergleich zeigt die Unterschiede.

  3. Antrag stellen und legitimieren

    Online ausfüllen, dann Legitimation aller Sorgeberechtigten per Video-, E- oder PostIdent. Das Kind wird meist über die Geburtsurkunde identifiziert, ab 16 teils selbst per Ident-Verfahren.

  4. Freistellungsauftrag und Sparplan einrichten

    Freistellungsauftrag auf den Namen des Kindes bis 1.000 Euro. Dann den Sparplan anlegen, bei den meisten Anbietern ab 1 Euro im Monat. Großeltern und Paten können per Überweisung auf das Verrechnungskonto zuzahlen.

  5. Nichtveranlagungsbescheinigung prüfen

    Übersteigen die Erträge irgendwann 1.000 Euro im Jahr, lohnt sich die NV-Bescheinigung vom Finanzamt. Damit bleiben Erträge bis rund 13.400 Euro im Jahr steuerfrei, siehe Kinderdepot und Steuern.

Die wichtigsten Anbieter

Auszug aus dem Vergleich. Die vollständige Tabelle mit allen Bedingungen und Prämien steht im Kinderdepot-Vergleich.

AnbieterDepotgebührSparplan abSparplan-KostenOrderETFsEröffnungBesonderheit
Trade Republic 0 € 1 € 0 € 1 € Fremdkosten rund 2.700 beide Erziehungsberechtigte mit eigenem Konto, Geburtsurkunde als Scan, E-Ident ETF-Kosten bei 3 Vanguard-ETFs bis 18 erstattet („Kindergeld“), 2,5 % Zins auf Guthaben, Sparpaten-Link Zum Anbieter
Scalable Capital 0 € (FREE), 4,99 €/Monat (PRIME+) 1 € 0 € 0,99 € (FREE), 0 € ab 250 € (PRIME+) mehrere Hundert alle Sorgeberechtigten mit eigenem Konto, Geburtsurkunde hochladen, Video-, Post- oder E-Ident ETF-Kosten ausgewählter ETFs werden reinvestiert („Taschengeld“), 2,6 % Zins Zum Anbieter
Consorsbank 0 € 10 € 0 € (ETF, dauerhaft) 0,95 € für 5 Jahre (Tradegate, gettex, L&S, Quotrix) breite Auswahl online beantragen, dann per Post mit Unterschrift aller Sorgeberechtigten und Geburtsurkunde; kein Elterndepot nötig 3,80 % Tagesgeld für 5 Monate Zum Anbieter
ING 0 € 1 € 0 € (ETF) 4,90 € + 0,25 % (max. 69,90 €) rund 1.200 sparplanfähig alle Sorgeberechtigten per Video- oder E-Ident, Geburtsurkunde als Kopie; Prüfung bis 5 Werktage Extra-Konto Junior wird automatisch eröffnet Zum Anbieter
finanzen.net zero 0 € 1 € 0 € 0 € (1 € Zuschlag unter 500 €) rund 2.200 alle Sorgeberechtigten mit eigenem zero-Depot und Zustimmung, Steuer-ID des Kindes Frühstart-Rente angekündigt Zum Anbieter

Stand: 18. Oktober 2026. Konditionen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben des Anbieters.

Kinderdepot, Frühstart-Rente und Kinderzulage

Drei Bausteine mit unterschiedlichen Regeln. Sie ergänzen sich, keiner ersetzt den anderen.

Kinderdepot

Du zahlst ein, das Kind bekommt mit 18 den Zugriff. Keine Förderung, dafür frei verfügbar und mit den Freibeträgen des Kindes praktisch steuerfrei. Die Basis für alles, was vor der Rente ansteht.

Frühstart-Rente

10 Euro im Monat vom Staat ins Vorsorgedepot des Kindes, vom 6. bis zum 18. Geburtstag, bis 65 gesperrt. Für Kinder ab Jahrgang 2020, geplant ab 2027. Mehr unter Frühstart-Rente.

Kinderzulage

Bis zu 300 Euro im Jahr je Kind, aber ins Altersvorsorgedepot der Eltern, nicht ins Depot des Kindes. Dafür reichen 25 Euro Eigenbeitrag im Monat. Mehr unter Zulagen.

Fünf Fehler, die Geld kosten

  • Depot auf den eigenen Namen führen. Dann zahlen die Eltern Steuern auf die Erträge und der Freibetrag des Kindes bleibt ungenutzt. Umgekehrt gilt: Was im Kinderdepot liegt, ist weg aus dem Vermögen der Eltern.
  • Freistellungsauftrag vergessen. Ohne ihn behält der Anbieter Abgeltungsteuer ein, die erst mit einer Steuererklärung für das Kind zurückkommt.
  • Zu viele Produkte. Ein Welt-ETF reicht. Fünf Themen-ETFs und drei Einzelaktien kosten Übersicht und meist Rendite.
  • Sparplan mit Ausgabeaufschlag. Aktiv gemanagte Fonds mit 3 bis 5 Prozent Aufschlag fressen das erste Jahr auf. ETF-Sparpläne sind bei den meisten Anbietern kostenlos.
  • Familienversicherung und BAföG übersehen. Ab einem sechsstelligen Depotwert können Erträge die Familienversicherung gefährden, und Vermögen über 15.000 Euro mindert später das BAföG. Für die meisten Familien ist das weit weg, aber planbar.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ich ein Kinderdepot eröffnen?

Ab der Geburt, sobald die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes da ist. Die schickt das Bundeszentralamt für Steuern in der Regel wenige Wochen nach der Geburt automatisch zu. Dazu brauchst du die Geburtsurkunde und die Ausweise der Sorgeberechtigten.

Wem gehört das Geld im Kinderdepot?

Dem Kind. Eltern verwalten das Depot nur und dürfen es nicht für eigene Zwecke verwenden. Mit 18 bekommt das Kind den vollen Zugriff. Wer das Geld selbst behalten will, spart in einem eigenen Depot und schenkt später.

Müssen beide Elternteile unterschreiben?

Bei gemeinsamem Sorgerecht ja. Bei den meisten Neobrokern brauchen beide Sorgeberechtigten ein eigenes Konto beim Anbieter, bei Direktbanken reicht die Legitimation per Video- oder PostIdent. Alleinsorgeberechtigte legen einen Nachweis vor.

Zahlt das Kind Steuern auf die Erträge?

In der Regel nicht. Das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro und einen Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr. Mit Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungsbescheinigung bleiben Kapitalerträge bis rund 13.400 Euro im Jahr steuerfrei. Details stehen unter Kinderdepot und Steuern.

Kinderdepot oder Frühstart-Rente?

Beides, wenn das Kind Jahrgang 2020 oder jünger ist. Die Frühstart-Rente zahlt der Staat, sie ist bis 65 gesperrt. Das Kinderdepot füllst du selbst, es ist mit 18 frei verfügbar. Für Führerschein, Ausbildung oder Auslandsjahr braucht es das Kinderdepot.

Welcher ETF passt ins Kinderdepot?

Für die meisten Familien ein einziger, breit gestreuter Welt-ETF mit niedrigen Kosten. Ob ausschüttend oder thesaurierend, hängt davon ab, ob du den Freibetrag des Kindes ausnutzen willst; ausschüttende ETFs machen das einfacher. Einzelaktien sind im Kinderdepot möglich, aber kein Muss.